2018-07-12  Glenridding → Masham

56ter TagAbfahrt07:44Distanz122,88kmHm ↑1720m
44te EtappeAnkunft16:12Insgesamt4669,58kmHm ↓1790m
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Das war eine sehr anstrengende, aber auch landschaftlich sehr schöne Strecke.

Ich fuhr bei bedecktem Himmel los und erwartete wieder mal, dass die Schönwetterperiode nun endlich ihr Ende gefunden hat. Die ersten Kilometer ging es noch relativ flach durch den Lake District - vorbei am Borther’s Water.

Brother's Water

Aber dann nach etwa 5km kam der Kirkstone Pass.

Kirkstone Pass

20% (wie auf dem Schild zu lesen) war natürlich übertrieben. Aber auf jeden Fall war es so steil, dass ich lange Strecken schieben musste und selbst das ziemlich anstrengend war. Eine Meile kann ganz schön lang sein. Hinten ging es dann mit gleichem Gefälle hinunter nach Windermere. Für mich war damit der Lake District abgeschlossen. Aber das war falsch. Weitere 30km musste ich mich durch die Ausläufer des Lake District quälen. Aber hübsch war die Landschaft. (Hier zwischen Kendal und der M6.)

Ausläufer des Lake District

Zwischen der M6 und Sedbergh (vermutlich beim Übergang über den Fluss Lune) ging die Strecke nahtlos in das nächste Mittelgebirge über - die Yorkshire Dales. Auch hier waren einige unangenehme Steigungen zu überwinden, aber landschaftlich ein Genuss. Irgendwo hier entschied ich mich die Sonnencreme aufzutragen, so sonnig war es inzwischen geworden.

Hinter Sedbergh ging es hinein in das Garsdale, dass nun relativ gleichmäßig (ohne extreme Steigungen) anstieg.

Garsdale

Fast am Ende des Garsdale sah ich eine Frau vor ihrem Haus auf der Terrasse im Schatten sitzen und fragte sie, ob ich etwas Wasser haben könnte. Sie kam auf mich zu und meinte, sie hätte gerade einen Satz geschrieben, in dem jemand nach Wasser sucht. Zufälle gibt es. Ich bekam dann trotzdem mein Wasser.

Am Ende des Garsdale wechselte ich ein anderes Tal, dem ich bergab (bzw. dem Fluss Ure flussabwärts) folgte. Es ging durch das hübsche Städtchen Hawes, das so etwas wie das touristische Zentrum der Gegend zu sein schein. Das Tal weitete sich.

Weites Tal

In Bainbridge fand ich tatsächlich einen netten Rastplatz - eine Bank im Schatten in einer kleinen Grünanlage. Wie ich da so saß und meine Brotzeit mampfte entwickelten sich von Westen her gewaltige Gewitterwolken. Es sah nach Unwetter aus. Ich beeilte mich mit meiner Brotzeit und nach nicht einmal einer halben Stunde fuhr ich weiter Richtung Osten. Tatsächlich waren die Gewitterwolken eine lokale Erscheinung. Auf jeden Fall lagen sie nach einer Stunde schon weit hinter mir. Gottseidank!

Ich merkte jetzt auch wie erschöpft ich schon war. Jede kleinere Steigung nervte nur noch. Ich hoffte, dass es nun endlich bald vorbei sei. Wie hab ich mich gefreut, als es mir gelang einer Steigung bei Leyburn zu entgehen, indem ich einer kleinen Straße in Flussnähe folgte.

Gegen 16:00 war ich endlich in Masham.Ich kaufte noch schnell beim Co-Op ein, bevor ich in dem recht schönen King’s Head Hotel eincheckte.

Nach Duschen und Wäschewaschen überprüfte ich meine Emails und zu meiner Überraschung hatte doch noch ein Warmshowers-Gastgeber in Rotterdam positiv geantwortet. Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, den Rotterdam-Besuch ins Wasser fallen zu lassen, weil keine Unterkunft mehr zu finden war.

Früh ging ich ins Restaurant und schlug mir mit zwei Hauptgerichten und einer Nachspeise den Bauch voll. Das war auch gut so, denn wie die anschließende Planung für den nächsten Tag ergab, standen mir 147km bis Kingston-upon-Hull (Fähre nach Rotterdam) bevor. Das wird happig!