2018-07-10  Stirling → Moffat

54ter TagAbfahrt08:47Distanz118,96kmHm ↑1333m
42te EtappeAnkunft16:33Insgesamt4423,20kmHm ↓1275m
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Ich hatte ausgezeichnet geschlafen - sogar ein bisschen verschlafen. 6:20 kam ich aus den Federn. Also hurtig Frühstück gemacht. Während ich mein Müesli mampfte, reservierte ich noch ein Hotelzimmer in Masham und buchte die Fähre von Hull nach Rotterdam. Irgendwann so gegen 7 Uhr erschienen meine beiden Gastgeber auf der Bildfläche. Wir haben uns dann noch ein bisschen verquatscht, so dass ich erst um 8:45 loskam. Diesmal gab’s sogar ein Abschiedsfoto mit meinen Gastgebern.

Markus, Margit, Neil

Die Strecke versprach lang zu werden. Außerdem (das hatte ich erst am Morgen festgestellt) in der ersten Hälfte auch sehr hügelig. Schon ab der A88 kurz vor Falkirk wurde es unangenehm. Sehr dichter Stadtverkehr. Der Straßenbelag war unter aller Sau. Eine einzige Schlagloch- und Buckelpiste. Falkirk scheint generell eine arme und herunter gekommene Stadt zu sein. Direkt hinter dem Stadtzentrum begann dann auch der erste und längste Anstieg des Tages. Aber auch danach ging es nur auf und ab, und zwar zum Teil so steil, dass ich schieben musste. Ich fuhr halt genau im rechten Winkel zur Fließrichtung der Flüsse.

Die Orte eher dröge und ärmlich, ebenso die Landschaft. Nichts von dieser lieblichen Kombination aus Feldern, Hecken, Bäumen und Baumgruppen. Statt dessen viel Stacheldraht und viele herunter gekommene Gehöfte.

Schon bei Kilometer 48 brauchte ich die erste Konditions-Banane. Danach ging’s nochmal heftig aufwärts zum höchsten Punkt des Tages: Blacklaw. Oben eine riesige Windfarm. Ab hier wurde die Landschaft wieder etwas ansprechender. In Carnwath (es war mit 62 Kilometer gerade mal die Hälfte der Tagestrecke zurück gelegt) kehrte ich in den dortigen Co-Op ein und kaufte für ein üppiges Mittagessen ein, das ich ein paar hundert Meter weiter am Sportplatz verdrückte.

Ungefähr ab hier folgte ich für längere Zeit dem Fluss Clyde flussaufwärts. Die Steigungen ließen nach und die Landschaft wurde wieder ansprechend.

Clyde

Zum Teil fuhr ich hier auf winzigen Nebenstraßen mit überraschend gutem Belag.

Kleine Nebenstraße

Hier noch eine Ansicht des Clyde-Tals.

Clyde-Tal

Später folgte ich der alten Trasse der Fernstraße (jetzt zur B7076 heruntergestuft), die aufgrund der parallel verlaufenden autobahnähnlichen A47(M) so gut wie keinen Verkehr aufwies. Es ging stetig, aber mäßig bergauf bis hinauf zum Beattock Summit. Dann logischerweise wieder bergab. Etwa 10km vor den Tagesziel Moffat noch ein längerer, aber mäßiger Anstieg namens Greenhillstairs, dann konnte ich es fast bis Moffat rollen lassen.

Moffat ist ein hübscher kleiner Ort, ehemals ein beliebtes Kurbad. Vermutlich stammt aus dieser Zeit noch die ungewöhnlich hohe Dichte an Hotels und B&Bs. Heute ist offensichtlich der Outdoor-Tourismus bedeutender.

Ich checkte im Hotel Buccleuch Arms ein. Hier eine Besonderheit. Im Hof gibt es etwa zehn Boxen für Motorräder. Ich durfte eine davon belegen.

Bike-Box

Sowas sollte es häufiger geben. Gleich nach dem Einchecken zog ich los um Milch und Joghurt fürs Frühstück zu besorgen. Im Supermarkt beschloss ich auch das Abendessen im Hotelzimmer einzunehmen. Also zusätzlich noch einen Laib Olivenbrot, Fisch in der Dose und Käse gekauft. So gewann ich viel Zeit und schaffte es tatsächlich zwei Blog-Einträge an einem Abend zu verfassen. (Die Veröffentlichung verzögerte sich allerdings aufgrund technischer Probleme.)