2018-07-22  Erlingshofen → Poing

66ter TagAbfahrt07:57Distanz136,19kmHm ↑998m
54te EtappeAnkunft15:54Insgesamt5795,26kmHm ↓895m
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Beide Wetterberichte, die ich in der Früh konsultierte prognostizierten Dauerregen mit wechselnder Intensität - inkl. Starkregen. Unter normalen Umständen hätte ich an einem solchen Tag den Regen einfach ausgesessen, d.h. ich wäre einfach in meiner Unterkunft geblieben und hätte angenehmere Dinge getan, als durch den strömenden Regen zu fahren. Die Unterkunft wäre dazu auch gut geeignet gewesen. Viel Platz, bequemer Aufenthaltsbereich, gutes WLAN. Aber dies sollte die letzte Etappe sein. Ich hatte meine Ankunft bereits angekündigt. Außerdem freute ich mich auch darauf mein Schatzi wiederzusehen. Also zog ich stoisch mein Morgenprogramm durch (immerhin musste ich nicht auf dem Bett sitzend mein Müesli mampfen) und brach kurz vor 8 Uhr bei leichtem Regen auf.

Es dauerte keine 500m, da überquerte ich die Donau.

Donau

Es ging nun in südöstliche Richtung durch die nördlichsten Ausläufer des Naturparks Augsburg Westliche Wälder. Hier war das Gelände aber längst nicht so hügelig und bewaldet, wie westlich von Augsburg. Etwa bei Kilometer 22 überquerte ich den Lech.

Lech

Wie zu sehen führte er trotz des regnerischen Wetters nur wenig Wasser. Grund dafür ist der parallel verlaufende Lechkanal, der zum Zwecke der Stromgewinnung das meiste Wasser abzweigt. Ich folgte noch ein paar Kilometer dem flachen Gelände entlang des Lechs vorbei am Kloster Thierhaupten, bis ich bei dem Weiler Bach in die Hügellandschaft zwischen Lech und Amper abbog - dem sogenannten Wittelsbacher Land. Ich finde diese Gegend ausgesprochen lieblich: ein bisschen hügelig, kleine Wälder, kleine Ortschaften, kleine Straßen dazwischen und immer wieder Klöster. Leider fing ziemlich genau mit Beginn dieses Abschnitts auch die erste Starkregen-Phase des Tages an.

In Aichach an der Paar wich ich bewusst von der Route ab, nahm sogar das unangenehme Kopfsteinpflaster in Kauf, um über den hübschen Marktplatz zu fahren. Alleine der Regen verhinderte, dass ich dort ein Photo schoss. Gleiches gilt für die schöne barocke Wallfahrts-Kirche Maria Birnbaum und dem angrenzenden Kloster ein paar Kilometer weiter in Sielenbach. Wenn es geht werde ich diesem Kleinod mal einen Besuch abstatten. Kurz danach ließ der Regen zum Glück wieder etwas nach.

Bei dem Weiler Oberzeitlbach folgte ich etwa 1km dem ausgeschilderten Radweg. Dieser festigte weiter meine Meinung, dass man diesen Radwegen mit äußerster Skepsis begegnen sollte. Es gab einige hundert Meter matschigen Feldweg und dann eine extrem steile Schiebestrecke wieder hinauf zur Staatsstraße. Eines Besseren belehrt ließ ich den Radweg links liegen und fuhr auf der Staatsstraße weiter.

Ich folgte der Ludwig-Thoma-Bahn (keine Ahnung, warum diese Bahnstrecke so heißt) bis Markt Indersdorf. Hier wieder ein Kloster. Der Ort allerdings wenig ansprechend. Ich überlegte kurz, ob ich entgegen meiner Gewohnheit für die Mittagspause in eine Gaststätte gehen sollte. Aber so triefnass wie ich war, hielt ich das für unpassend. Statt dessen fand ich etwa 5km weiter am Sportplatz in Inzemoos einen schönen Rastplatz: überdacht, windgeschützt, mit Sitzgelegenheit und sogar einem Wasserhahn zum Auffüllen der Trinkflaschen. (Viel hatte ich bisher allerdings noch nicht getrunken.) Meine größte Sorge war, dass ich während der Mittagspause in den nassen Klamotten zu sehr auskühlen würde. Aber es ging gerade noch so. Zum Glück regnete es auch kaum noch zu diesem Zeitpunkt.

Ich hatte nach der Mittagsrast gerade noch genug Zeit um mich ein bisschen warmzufahren, als in Ampermoching der nächste Starkregen einsetzte. Ich überquerte die Amper und folgte ihr etwa 5km flussabwärts. Irgendwo hier ging der Starkregen wieder in normalen Landregen über. Danach ging es ereignislos weiter über Eching und Dietersheim bis an die Isar.

Isar

Vor und nach der Isar ein paar Kilometer Feldweg. Das nahm ich in Kauf um die Isar auf dem kleinen Steg hier überqueren zu können. Ich erreichte die alte Trasse der B301 (jetzt nur noch eine unbedeutende Nebenstraße). Ab hier kannte ich mich aus. Es ging zickzack durch das Eicherloher Moos. Am Speichersee war ich sogar endlich mal schlauer als OSMAND und fuhr eine geringfügig kürzere Route als geplant.

Um kurz vor 16:00 kam ich endlich zu Hause an. Ich wurde von Pernille ganz herzlich empfangen und auch einige Nachbarn kamen runter an die Haustür, um mich zu begrüßen. Ich war gerührt. Hier das offizielle Abschluss-Photo (wieder von der Nachbarin Nicole geschossen).

Abschluss

Die nassen und dreckigen Sachen wurden zuerst mal einer groben Reinigung unterzogen, bevor wir sie in die Wohnung geschafft haben. Ausgepackt wurde nur das Nötigste. Wichtiger waren eine ausgiebige Dusche und ein leckeres Abendessen beim Stamm-Inder in Markt Schwaben zusammen mit Pernille und meinen Eltern.